Käsefondue

Einigen Lesern habe ich wohl den Mund wässrig gemacht und Lust auf ein anderes Fondue geweckt. Das Lustige dabei ist, dass Käsefondue für mich mittlerweile das ist, an was ich denke, wenn jemand von Fondue spricht. Fondue mit Fleisch und Öl (oder Brühe) habe ich erst einmal gemacht. Das ist schon lange her und langt mir auch, war nicht so mein Fall. Alle passen auf, dass bloss nix mit dem Fett im Topf vor einem passiert. Wirklich lecker riecht’s IMHO auch nicht und der große Spaß sind auch eher die Soßen dabei.

Käsefondue ist zwar auf den ersten Blick eintönig, dafür aber völlig entspannend. Man lässt sich schön Zeit beim Essen und wenn man leckere Antipasti dazu reicht kann man es auch opulenter ausschmücken.

Was braucht man:
Einen Topf: Ideal ist natürlch ein Fondueset. Wer sowas nicht hat, nimmt ein normalen Topf, möglichst mit nach oben abgerundetem Boden, dann kann der Käse nirgends hängenbleiben. Wenn man ein wenig aufpasst geht’s aber eigentlich mit jedem. Ohne Fondueset nimmt man sich ein Teestövchen. Der flüssige Käse braucht nicht allzuviel Wärmezufuhr. Je nach Topfgrösse langen ein oder zwei Teelichte.

Käse: als Grundrezept nimmt man zu gleichen Teilen Greyerzer, Appenzeller und Emmentaler. Vacherin findet man ausserhalb der Schweiz selten, ich habe ihn in Kiel bisher an keiner Käsetheke entdeckt. Pro Person habe ich immer mit ca. 150 g Käse gerechnet. Es gibt elend viele Varianten, welchen Käse man nimmt. Unten habe ich noch ein paar Links dazugepackt – aber man muss sich ja noch steigern können :-)

weitere Zutaten:
Weissbrot, pro Person ein halbes Baguette
Weisswein, trocken
Maizena (Maisstärke)
Knoblauch, Zitronensaft, Muskatnuss, Pfeffer

Let the show begin:
Zwei Stunden vorher hobelt man den Käse klein und kippt den Wein dazu. Dadurch wird das Ganze später schön sämig. Hab‘ ich beim jetzt erst zum ersten Mal gemacht, hat sich bewährt. Wieviel Wein man nimmt, kann ich so genau nicht mal sagen. Grobe Schätzung: pro 100g Käse 50ml. Lieber nicht zu viel – nachkippen kann man immer noch.
Der Topf wird dann mit Knoblauch eingerieben und der Käse-Wein-Mix langsam auf der Herdplatte erwärmt. Einen Mitesser verdonnert man dazu das Brot in Stücke zu schneiden.
Zu dem Käse gibt man nun etwas Maizena, vorher angerührt mit Kirschwasser. Grobe Peilung: 1 TL pro 200g Käse. Unter ständigem Rühren den Käse bis zum Kochen (oder kurz davor) bringen. Mit Zitronensaft, Muskatnuss und Pfeffer abschmecken (und wenns passt einfach so lassen). Ist das Ganze zu dick: Wein dazu geben. Wird es zu flüssig: mit Maizena andicken.
Rauf auf’s Rechaud oder Stövchen und los gehts. Mit einer Gabel ein Stück Brot aufpieksen und durch den Käse fahren. Warten (oder Zunge verbrennen). Guten Appetit.

Tipp 1: Mit dem Brot nicht nur tunken sondern auch mal durch den ganzen Topf rühren. Zum einen merkt man so, ob man evtl. mehr/weniger Hitze braucht oder sogar schon was angepappt ist. Zum anderen erhöht es den Spass wenn man sein Brot verliert und einen Kirsch trinken darf.

Tipp 2: Entweder Wein oder schwarzen Tee dazu trinken. Wer kalte Getränke dazu trinkt läuft Gefahr, später mit einem Käseklumpen im Magen auszuscheiden und platt in der Ecke zu liegen.

Tipp 3: Zeit lassen. Fondue ist ein geselliges Essen und kein Fastfood.

Tipp 4: Antipasti dazu reichen. Von eingelegten Paprika, getrockneten Tomaten, gefüllte Peperornis bis hin zu sauren Gürkchen ist alles erlaubt.

Zum Weiterlesen empfehle ich:

http://de.wikipedia.org/wiki/Fondue Enzyklopedischen Fonduewissen
http://www.exquisine.de/fondue-kaese.htm Rezepte, Rezepte, Rezepte
http://www.chefkoch.de/… Hintergrundwissen und Rezepte
http://de.asterix.com/: Band 16, «Asterix bei den Schweizern»
http://www.kaesefalle.de/: alle Trierer können sich glücklich schätzen, ein echtes Käserestaurant in der Stadt zu haben.

Posted Mittwoch, Dezember 29th, 2004 under RL.

8 comments

  1. HAPPY NEW YEAR – du Nase!

  2. Herzlichen Dank. Werde ich am Freitag mit meiner Frau und ein paar Freunden ausprobieren. Wir haben sonst immer Raglet gemacht. Fett-Fondue war mir schon wegen dem ekligen Fett zu stressig.

    Danke!

  3. Halt, ich mach’s am Samstag. Am Freitagist ja MacES.

  4. Ich kenn das Fondue noch mit Kirschwasser mit drin :-)
    Und die Hardcore-Variante: Das Brot zuerst in Kirschwasser tränken und dann durch den Käse ziehen.

  5. @Verena: Die Maizena wird ja mit Kirsch vermengt – das langt eigentlich. Das zusammen mit dem Kirsch zwischendurch (wenn man sein Brot verliert) langt vollkommen,

  6. Hallo burned,
    auch von mir nachträglich gute Wünsche zum neuen Jahr! Also eine unregelmäßige Leserin mehr. :-)
    Das Käsefondue klingt verlockend, danke für die Anleitung.

  7. Auch unregelmässige Leser sind willkommen :)
    Und auf den Bericht von Lemmings Fondue am Samstag bin ich auch schon gespannt.

  8. Klingt lecker und wird an Weihnachten ausprobiert.
    Wenn’s den Gästen nicht schmeckt, kann ich sie ja vertrauensvoll auf Dich verweisen. ;-)

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