Podcasts

Schon vor Monaten wollte ich eigentlich etwas zu Podcasts schreiben. Mit der Einführung von iTunes 4.9 erledigt sich vieles aber nun von selbst. Vorweg: Podcasts sind keine Erfindung von Apple, auch wenn Apple das teilweise recht seltsam auf den eigenen Webseiten schreibt:

Kostenlos verfügbar
Ja, Sie haben richtig gelesen. Alle im iTunes Music Store verfügbaren Podcasts sind kostenlos.

Was ist ein Podcast?
Kurz (die Wikipedia oder www.podcast.de erklärt’s ausführlicher):
Aus den Wörtern iPod (als Oberbegriff für mobile MP3-Player) und Broadcast (Englisch für Sendung) setzt sich der Begriff zusammen. Damit sind (Radio-)Sendungen gemeint, die man sich nicht live anhört, sondern irgendwann später, halt dann, wenn es einem gerade am Besten passt.

Diese Sendungen könnte man sich nun manuell als MP3 von einer Website herunterladen (und dies kann man bei den meisten auch). Zum Podcast gehört jedoch noch eine weitere Komponente: der RSS-Feed.
Mittels RSS (Really Simple Syndication) abonniert man einen Podcast, muss also nicht ständig nachschauen, ob es schon eine neue Folge gibt.
Das funktioniert z.B. mit NetNewsWire und jetzt auch direkt mit iTunes. Diese Programme laden die Audio-Datei automatisch herunter und schieben sie bei nächster Gelegenheit auf den iPod. Natürlich kann man sie auch gleich in iTunes hören.

Warum ist das alles so klasse?
Weil z.B. normale Radiosender, gerade hier im Norden, mittlerweile nur noch schwer erträglich sind (Jingles ohne Ende und ein Programm für Menschen ohne Kurzzeitgedächtnis) und man aber nicht immer nur die eigene Musik hören will.
Mit Podcasts hat man die Abwechslung und Überraschung von Radio mit einer schier unglaublichen Auswahl. Weltweit gibt es aktuell schätzungsweise 8000 Podcasts.

Das können z.B. eher techniklastige Sendungen wie die Morgennews von Mac-Essentials oder wöchentliche „Wissenschafts“-Magazine wie WWWW (Wanhoffs wunderbare Welt der Wissenschaft) sein oder Musiksendungen, in denen (noch) unbekannte Musiker ausserhalb des Mainstreams vorgestellt werden, z.B. bei de-bug.de.
Audioblogs bieten sich natürlich ebenso an wie klassische Radiosendungen, die von allem etwas bieten. Steffanie oder Hugh Gordon versuchen mit ihren Podcasts, ihr Deutsch zu verbessern. Als Deutscher englischsprachige Podcasts zu hören schult ebenso das Ohr. Podcasts kann jeder machen, ein wenig technisches Verständnis vorausgesetzt. Radio von jedermann eben.

Mit welchen Podcasts man einsteigt muss jeder selbst entscheiden, Empfehlungen kann ich da kaum geben. Hier einfach mal meine Liste der Casts, die ich regelmässig höre (die Links zeigen direkt auf den Podcast-Feed):

Bitterest Pill: Dan Klass, Comedian und Hausmann aus Los Angeles
Daily Source Code: Adam Curry, „The Podfather“ stellt neue Podcasts vor und berichtet über die „Podcast-Szene“
Deutsch für Anfänger Steffanie Müller aus Stockholm
Praegnanz.de: Gerrit van Aaken aus Mainz
Useful Sounds: Nicole Simons englischsprachiger Podcast, eine der ersten Podcaster in Deutschland
Gnak: Nicole Simons deutschsprachiger Podcast
Audibleblog: Ausgesuchte Artikel der Zeit, oder «Wladimir Kaminer – Lexikon der deutschen Merkwürdigkeiten»
Normcast: Norman über dies und das
Sushiradio: Nicole, Thomas und Gerrit präsentieren kleine Sendungen unterschiedlicher Autoren (bis max. 5 Minuten Länge)
jazzpodcasts.net: Leckere Jazzhappen
Claybourne: Ein Hörspiel, aufgeteilt in 5 Minuten-Häppchen jeden zweiten Tag

Posted Samstag, Juli 2nd, 2005 under Comp.

4 comments

  1. Nee das Radio geht garnicht unter wegen der audioblogs. Das Deutschlandradio macht es gerade vor mit einer neu gestarteten Audioblogportalcommunity bei der die User ihre Beiträge ins Radio wählen können. Super. Zu sehen unter: http://www.blogspiel.de

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