Sternstunden des Podcastens

Wer Zimmer frei kennt, der kennt auch die ultimative Lobhudelei. Und genau die kommt mir in den Sinn wenn ich das hier so schreibe. Aber der Reihe nach.

Ich höre gerne Podcasts, das sollte jedem Leser hier mittlerweile klargeworden sein. Von denen, die ich damals™ anno 2005 gehört habe, ist keiner mehr in meiner Liste übrig. Aber so ist das eben, man hört ja auch selten den gleichen Radiosender über fünf Jahre hinweg. Und wenn, dann ist das Programm wahrscheinlich auch nicht mehr das gleiche. Meine aktuelle Liste sieht so aus:

Diese Liste will ich gar nicht weiter erläutern, das könnt ihr mal schön selber nachlesen. Schließlich habe ich ja schon überall Links rangepappt. Nur soviel: es fällt auf, dass von zehn Podcasts satte vier aus einem Studio kommen — oder zumindest von einer Person produziert, bzw. moderiert werden: Tim Pritlove.

Bei einer ultimativen Lobhudelei berichtet ein Freund oder enger Vertrauter über die jeweilige Person. Das ist schwierig, da ich Tim tatsächlich nur aus Radiosendungen (Chaosradio ab irgendwann in den späten Neunzigern) und diversen Projekten wie z.B. Blinkenlights aus der Ferne kenne. Ich habe also keine Ahnung, ob er auch real ein netter Kerl ist (ein Hörertreffen in HL habe ich leider verpasst), nach über zehn Jahren einseitiger Bekanntschaft schätze ich aber mal schon. Auch wenn ich die Vorliebe für abgedrehte Vornamen nicht teile.

Aber hier solls ja um die Podcasts gehen. Und bei einem an einer Stelle wurde mir erst einmal bewusst, wie großartig diese Sendungen wirklich sind. Klar — wusste ich schon vorher, deshalb höre ich sie ja auch und ich mache mir sogar T-Shirts mit Sprüchen der Sendungen (Bumm Zack Return). Aber da wurde mir erst klar, wie großartig das wirklich ist und welche Perle des Hörfunks da von vielen überhört wird.

Wenn eine Sendung bis hin zu mehreren Stunden fesselt, dann hat das mehr mit Radio aus den Anfängen zu tun, als mit den Rotations- und Jingle-Produzenten heute. Wenn Themen wirklich allumfassend abgehandelt werden und nicht drei Minuten an der Oberfläche gekratzt wird. Wenn ein Moderator es schafft, genau die richtigen Gesprächspartner zu finden und dann auch noch genau das richtige aus ihm herauszukitzeln. Dann sind das Sternstunden des Podcastens.

Und das Sahnestück (und Anstoß, das hier endlich mal zu schreiben)

Ab 1h 11m erklärt Tim ein Mem

  • Einleitung durch einen Rapsong, der aktuelle Themen aufgreift (Rap News 6: Cablegate),
  • mittendrin wird gestoppt, um Antoine Dodson Original TV Report zu erklären,
  • um dann aber wieder galant auf den Song zurückzukommen, der dann genau dieses Mem behandelt
  • Pointe perfekt getroffen und Holgi ist der perfekte Gegenpart

G R O S S A R T I G. Ich weiß nicht, ob das genau so geplant war, aber man hätte es nicht besser machen können, ich hatte ganz ehrlich Gänsehaut.
Ein ganz dickes Dankeschön an Tim (und natürlich auch an Holgi)

Danke, Danke, Danke.

Posted Montag, Januar 24th, 2011 under Comp, General.

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